Wechsel von der GKV in die PKV in 2019: Voraussetzungen & Schritte

Der Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in eine private Krankenversicherung (PKV) kann viele Vorteile haben – z.B. ein größeres Leistungsspektrum oder günstige Beiträge. Um einen Wechsel 2019 durchführen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen und Schritte erfüllt werden.




Arbeitnehmer müssen oberhalb der Jahresgrenze verdienen

Arbeitnehmer, die 2019 von einer GKV in eine PKV wechseln möchten, müssen in 2018 oberhalb der Versicherungsgrenze von 59.400 Euro brutto verdient haben. Monatlich wären dies 4950 Euro brutto. Zu beachten ist, dass Sie sich nicht von den Zahlen verwirren lassen: Die Jahresgrenze für 2019 beträgt 60.750 Euro brutto bzw. als Monatsgehalt 5062,50 Euro. Diese Werte greifen allerdings für 2020. Wenn Sie in einem Jahr in die PKV wechseln möchten, müssen Sie in 2019 über diese Werte kommen. Entscheidend sind also immer die Angaben aus dem Jahr, bevor Sie den Wechsel vollziehen möchten.

Keine Auswirkungen auf die Frage, ob der Wechsel von der GKV in die PKV vollzogen werden kann, hat die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Diese dient nur als Information, bis zu welchem Maximalbetrag das eigene Gehalt für die Berechnung der monatlichen Prämien herangezogen wird. Früher war die Beitragsbemessungsgrenze genauso hoch wie die Versicherungsjahresgrenze. Dieser Zusammenhang ist inzwischen aufgehoben.

Die ältere Voraussetzung, bei Sie 3 Jahren hintereinander oberhalb der Versicherungsgrenze liegen musste, existiert ebenfalls nicht mehr. Inzwischen genügt es, wenn Sie den Grenzwert einmal übertreffen.

Selbstständige, Freiberufler besitzen Wechselfreiheit

problemlos wechseln
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Selbstständige und Freiberufler unterliegen nicht der Versicherungspflicht in den GKV. Ihnen steht es deshalb frei, jederzeit in die PKV zu wechseln.

Allerdings existieren einige Ausnahmen. Die folgenden Berufsgruppen können nicht frei von der GKV in die PKV wechseln:

  • Künstler
  • Landwirte
  • Gärtner
  • Publizisten

Diese Berufsgruppen müssen sich prinzipiell in den GKV versichern – auch dann, wenn Sie selbstständig oder freiberuflich sind. Wenn Betroffene in eine PKV wechseln möchten, müssen Sie ebenfalls oberhalb der Jahresgrenze verdienen. Für sie gelten die identischen Regeln wie für Arbeitnehmer.

Wahlfreiheit auch für Studenten und Beamten

Auch Studenten und Beamte könne ohne bestimmte Voraussetzungen in die PKV wechseln. Für Beamte gilt der Wechsel sogar als besonders vorteilhaft, da es eine Beihilfe vom Dienstherrn gibt, die je nach Bundesland von 50% bis zu 80% der Behandlungskosten ausmacht. Die Prämien fallen entsprechend gering aus.

Studierende können sich zu Beginn Ihres Studiums zwischen GKV und PKV entscheiden. Viele private Versicherungen haben Tarife speziell für die angehenden Akademiker im Angebot. Nach dem Abschluss können (und teilweise) müssen die ehemaligen Studenten einen Wechsel vollziehen. Wer privat im Studium versichert war, jetzt aber als Arbeitnehmer mit einem Gehalt unter der Jahresgrenze arbeitet, muss in die GKV wechseln.

Von der GKV in die PKV wechseln: Die Schritte

PKV wechsel - so gehts
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Jedes GKV-Mitglied darf seine Versicherung zu jeder Zeit kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Ein sofortiges Sonderkündigungsrecht besteht, wenn die GKV einen Zusatzbeitrag einführt oder diesen erhöht. Abweichende Kündigungsfristen kann es geben, wenn Sie in einem bestimmten Wahltarif sein sollten. Achten Sie hierauf gesondert.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und zuerst erledigt werden. Die neue Krankenversicherung benötigt die Kündigungsbestätigung von Ihnen. Sobald Sie diese erhalten haben, stellen Sie den Antrag auf Mitgliedschaft in der PKV Ihrer Wahl und reichen die Kündigungsbestätigung ein. Im Rahmen Ihres Antrags werden Sie umfassende Angaben zu Ihrer gesundheitlichen Situation machen müssen.

Anschließend folgt in der Regel noch eine umfassende medizinische Untersuchung. Ihr aktueller Gesundheitszustand ist Grundlage für die Höhe Ihrer monatlichen Prämien. Einige Versicherungen stellen Ihnen frei, zu welchem Arzt Sie gehen können. Andere Versicherungen stellen Ihnen eine Liste von Medizinern zur Verfügung, von der Sie einen Arzt für die Untersuchung auswählen können.

Zwei Hinweise zum Schluss

Sie sollten erstens den Wechsel von der GKV in die PKV relativ frühzeitig vollziehen – spätestens nach der Hälfte Ihres Arbeitslebens. In der PKV müssen Sie Altersrückstellungen aufbauen, um die Prämien später stabil zu halten. Wechseln Sie zu spät, gelingt es nicht mehr, Rückstellungen von einem angemessenen Volumen aufzubauen.

Zweitens können Sie den Wechselprozess meist noch stoppen, wenn Sie bei der errechneten Prämie merken, dass diese Ihre finanziellen Möglichkeiten überfordert. Den Antrag bei der PKV und die Kündigung bei der GKV können Sie formlos zurücknehmen.