Wie sinnvoll ist die Rürup Rente für Beamte?

Die Rürup Rente, auch als Basisrente bekannt, wurde 2005 zur freiwilligen Altersvorsorge von Selbstständigen und freiberuflich tätigen Personen ins Leben gerufen. Beamte zählten ursprünglich nicht zur Zielgruppe. Trotzdem lohnt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch die Rürup Rente für Beamte.

So profitieren Beamte von der Rürup Rente

Die Rürup Rente ist eine Kombination aus verhältnismäßig hoher Steuerersparnis und Rendite, deren prozentuale steuerliche Absetzbarkeit sich jährlich in Schritten von 2% erhöht. Für das Jahr 2016 berücksichtigen Sie 82% der in den Rürup-Vertrag einbezahlten Beiträge bis zu einem maximalen Betrag von 22.766 Euro für ledige Personen und 45.532 Euro für gemeinschaftlich veranlagte Partner begrenzt ist. Ab 2025 sind 100% der einbezahlten Beträge steuerlich absetzbar.

Eine Förderung dieser Form der Rürup Rente erfolgt ausschließlich über die Möglichkeit, Steuern einzusparen. Dadurch profitieren vor allem Beamte höherer Besoldungsstufen mit entsprechend hohem Einkommen, da sich die jährliche Steuerbelastung spürbar reduziert.

Steuerlich absetzbarer Betrag für Beamte geringer

Die Rürup Rente wird in Form einer steuerlichen Begünstigung gefördert. Für das Jahr 2016 können Inhaber eines Rürup-Vertrags 82% der jährlichen Ansparsumme bis zu einem Höchstbetrag von 22.766 Euro oder 45.532 Euro als Sonderausgabe steuerlich geltend machen. Für Beamte reduziert sich dieser Höchstbeitrag um den aktuell gültigen Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, der aktuell bei 18,7% (Stand 2016) liegt. Diese Maßnahme dient der Gleichstellung der Beamten mit Selbstständigen, da die Beiträge für die Absicherung der gesetzlichen Pensionsansprüche von Beamten der Staat in vollem Umfang übernimmt.

Rürup Rente bietet eindeutige Vorteile

Trotz der geringeren steuerlichen Förderung für Beamte bietet die private Altersvorsorge in Form der Rürup Rente Vorteile gegenüber anderen Formen der Vorsorge. Unter Berücksichtigung der sinkenden Rentenbezüge für Beamte handelt es sich um eine sinnvolle Maßnahme, auf diese Weise für die Zeit des Ruhestandes vorzusorgen.

  • Auszahlung als Leibrente, wodurch eine bereits heute das Einkommen auf Lebenszeit gut kalkulierbar ist.
  • Hohe Steuerersparnis während der Ansparzeit
  • Aktuell hohe Renditen
  • Flexible Zahlungsmöglichkeiten von monatlich bis jährlich
  • Während der Ansparphase besteht Pfändungsschutz

Da ab 2005 abgeschlossene Lebensversicherungen steuerlich nicht mehr berücksichtigt werden, bietet die Vorsorge mittels einer Rürup Rente eine hervorragende Alternative zur herkömmlichen Lebensversicherung.

Diese Nachteile sollten in die Entscheidung einbezogen werden

Diese über Steuerermäßigungen geförderte Form der Altersvorsorge hat jedoch auch ihre Nachteile. Abhängig von den individuellen Voraussetzungen kann sich die Rentabilität dieser Rürup-Rente für Beamte als nicht effizient erweisen, wenn sie bis zum statistisch möglichen Lebensende durchberechnet wird. Zu berücksichtigen sind die aktuelle Steuereinsparung bis zum Renteneintritt und die Höhe der Versteuerung der Erträge aus der Rürup Rente.


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Die wichtigsten Nachteile auf einen Blick:

  • Keine Kapitalauszahlung, sondern monatliche Leibrente.
  • Frühester Auszahlungstermin der Rürup-Rente ist das 62. Lebensjahr für Verträge, die ab dem 1. Januar 2012 gelten (für frühere Verträge 60. Lebensjahr).
  • Keine Kündigung des Vertrags möglich; nur Stilllegung
  • Steuerpflicht für das ausbezahlte Kapital erhöht sich jährlich um 2%.
  • Im Todesfall fällt das angesparte Vermögen an die Versichertengemeinschaft zurück.
  • Absicherung des Ehepartners durch die Rente muss im Todesfall des Rentenbeziehers zusätzlich durch eine Zusatzversicherung abgesichert werden.

Im Jahr 2016 sind 72% des ausbezahlten Kapitals der Rürup Rente steuerpflichtig. Unter Berücksichtigung der jährlichen Erhöhung um 2% unterliegen ab dem Jahr 2040 100% des Kapitals der Steuerpflicht.

Rürup Rente für Beamte – das Ergebnis

Eine aussagekräftige Berechnung in Bezug auf die finanziellen Vorteile der Rürup Rente für Beamte ist aufgrund der individuellen Einflussfaktoren kaum möglich. Kriterien wie die Steuerersparnis an sich, das investierte Kapital und Zinsen und Zinseszinsen sind wichtige Werte, die für die Berechnung der Rendite nötig sind. Diese werden durch weitere Faktoren beeinflusst.

  • In der Ansparphase die jährliche Erhöhung der steuerlichen Berücksichtigung
  • Die Veränderungen des fiktiven Abzugsbetrages auf Rürup der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • In der Auszahlungsphase die Höhe der Besteuerung des ausbezahlten Kapitals (ab 2040 sind dies 100%)

Als Vergleich zu anderen Vorsorgeformen kann nur die jährliche Rendite herangezogen werden. Dies ist der Grund für die sehr komplexe Vorgehensweise bei der rechnerischen Überprüfung, ob ein Abschluss eines Rürup-Vertrags sinnvoll ist.

Viele Versicherer stellen Überschussbeteiligungen in Aussicht, die zur spürbaren Erhöhung der monatlichen Rente beitragen. Da diese jedoch nicht garantiert werden, ist hier das Risiko, dass diese Beteiligung gleich Null ausfällt, ebenfalls gegeben und nur schwierig in die Berechnung zu integrieren.

Betrachtung aus allen wichtigen Blickwinkeln

Die private Altersvorsorge in Form einer Rürup Rente ist für Beamte nur dann rentabel, wenn das Einkommen entsprechend hoch ist. Denn je geringer die Steuerersparnis in der Ansparphase ist, umso niedriger fällt die Gesamtersparnis durch die hohe Besteuerung in der Auszahlungsphase aus. Gleichzeitig reduziert sich für Versicherte im Beamtenstatus die Steuerersparnis durch den fiktiven Abzugsbetrag zur Gleichstellung mit selbstständigen Versicherten.

Ein Kritikpunkt an der Rürup Rente ist die fehlende Absicherung des Ehepartners, die ausschließlich durch kostenpflichtige Zusatzversicherungen möglich ist. Zu den Vorteilen zählt der Pfändungsschutz während der Ansparphase sowie die lebenslang monatlich ausbezahlte Leibrente, die eine zuverlässige langfristige Kalkulation des Einkommens gewährleistet.