Selbstständig gemacht? Die Wahl der richtigen Krankenversicherung

Wer sich selbstständig macht, hat viel zu tun, schon bevor die Arbeit beginnt. Die Wahl der richtigen Krankenversicherung ist eine der Aufgaben, die es zu regeln gilt. Dabei steht die Frage im Raum: Besser gesetzlich oder privat versichern?


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Drei Aspekte spielen maßgeblich mit hinein, wenn Sie Ihre Krankenversicherung als Selbstständiger planen. Die Leistungen, die Kosten und die Voraussetzungen für einen Wechsel zwischen den Versicherungsgesellschaften.

Was leisten Leistungen die Versicherungsformen

Nie mehr ewig im Wartezimmer sitzen? Sofort zum Arzt vorgelassen zu werden? Das ist die landläufige Meinung über privat Versicherte. Und oftmals trifft dieses Privileg auch zu. Doch es gibt weit mehr Unterschiede zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (kurz GKV) und der privaten Krankenversicherung (kurz PKV).

Zunächst sind die Leistungsmodelle anders gestaltet. Die GKV bietet Leistungen, die im wesentlichen identisch sind, da der Gesetzgeber den Leistungskatalog festgelegt hat. In der PKV dagegen wird das Leistungsniveau individuell ermittelt, der Antragsteller entscheidet also, was er will oder nicht will. Und nimmt somit Einfluss auf die Beitragshöhe.
Während von gesetzlicher Seite erstattet wird, was medizinisch notwendig ist, können Sie sich als Privatpatient mehr Luxus gönnen, zum Beispiel die Behandlung vom Chefarzt oder hochwertigen Zahnersatz. In jedem Fall ist die Krankentagegeldversicherung für Sie sinnvoll, sie ist ein separater Baustein, der im Krankheitsfalls von größter Bedeutung sein kann, weil sie Verdienstausfälle verhindert.

Die private Krankenversicherung bietet übrigens auch spezielle Tarife für Selbstständige an, die meist kostengünstig sind. Allerdings sollten Sie sich bei diesen Angeboten die Leistungen genauer ansehen, denn häufig sind diese sehr übersichtlich.

Die Beitragshöhen: Wovon abhängig

Wie auch für Angestellte, wird der Beitrag in der GKV anhand Ihres Verdienstes ermittelt. Das kann zumindest in der Anfangszeit zu einer finanziellen Herausforderung für Sie werden. In der PKV richten sich die Beiträge nach anderen Faktoren, nämlich nach Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Gesundheitszustand. Früher wurde auch nach Geschlecht unterschieden, aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes hat der Gesetzgeber diese Differenzierung jedoch unterbunden.

Wichtig für die Krankenversicherung ist immer die Frage nach der Stabilität der Beiträge. Schließlich nützt Ihnen ein günstiger Einstiegsbeitrag wenig, wenn er in ein paar Jahren explodiert. Ob das der Fall ist, hängt von der Versichertenstruktur und der Wirtschaftlichkeit der Versicherung ab. Besonders in bei den Privatversicherern lohnt in Blick auf die Beitragsentwicklung der letzten Jahre. Er gibt Aufschluss darüber, wie die jeweilige Gesellschaft gewirtschaftet hat.

Was beim Wechsel zu beachten ist

Wenn Sie von einer gesetzlichen Krankenversicherung in eine andere wechseln wollen, müssen Sie bis auf die Kündigungsfristen nur wenig beachten. Anders sieht das bei einem Wechsel innerhalb des privaten Krankenversicherungssystems aus.
Hier steckt der „Teufel im Detail“, denn sie sammeln sogenannte Alterungsrückstellungen bei Ihrer Gesellschaft an. Wenn Sie nun zu einer anderen Gesellschaft wechseln, können Sie diese Rückstellungen nicht mitnehmen, je länger Sie also bei einer privaten Versicherung einen Vertrag haben, desto mehr Alterungsrückstellungen verlieren Sie, wenn Sie wechseln. Hinzu kommt das Eintrittsalter, das neu berechnet wird. Und nicht zuletzt Ihr Gesundheitszustand, der bei einem Versicherungswechsel neu abgefragt wird.

5 Frage, bei der Entscheidung helfen

Ob Sie besser in der GKV oder der PKV aufgehoben sind, ist die entscheidende Frage, die pauschal nicht beantwortet werden kann, sondern individuell betrachtet werden muss. Einige Fragen, die Sie sich stellen sollten, helfen hier weiter.

    1. Haben oder planen Sie Familie?
      Wenn JA: Dann sind Sie wahrscheinlich in einer gesetzlichen Krankenkasse besser aufgehoben, denn in einer Privatversicherung wird für jedes Familienmitglied ein Beitrag fällig, in der gesetzlichen Familienversicherung in aller Regel nicht.
    2. Bringen Sie Vorerkrankungen mit?
      Wenn JA: Da diese maßgeblichen Einfluss auf den Beitrag nehmen, ist die GKV für Sie in vielen Fällen die bessere Wahl.
    3. Legen Sie besonderen Wert auf günstige Beiträge, auch wenn Sie gut verdienen?
      Wenn JA: Hier bietet Ihnen die PKV zahlreiche Tarifmodelle, die deutlich geringer sind als die Beiträge der GKV. Allerdings ist hier das Leistungsniveau zu beachten.
    4. Sind Ihnen Leistungen wie Chefarztbehandlung oder hochwertigen Zahnersatz wichtig?
      Wenn JA: Die hochwertigen Tarife in einer Privatversicherung punkten hier gegenüber den Basisleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
    5. Sind Sie an Beitragssenkungen durch Selbstbehalte interessiert?
      Wenn JA: Die PKV lässt sich über Selbstbeteiligungen so gestalten, dass die monatlichen Beiträge erheblich reduziert werden können. Die GKV bietet hier nur wenig Spielraum.

 

Fazit

Sie sehen, dass viele Faktoren darüber entscheiden, welche Versicherungsform für Sie als Selbstständiger die bessere ist. Insbesondere wenn Sie sich für die private Krankenversicherung entscheiden, ist die Wahl der passenden Gesellschaft und des richtigen Tarifs für Sie bedeutsam. Da die langfristige Beitragsentwicklung wichtig ist, kann auch die Beschäftigung mit den Kennzahlen der Versicherungsgesellschaft sinnvoll sein. So oder so: Übers Knie sollten Sie die Entscheidung nicht treffen.