Welche private Altersvorsorge in für Beamte sinnvoll?

Auswahl der Altersvorsorge
© olly / Fotolia

Für Beamte ist eine private Altersvorsorge nicht nur sinnvoll sondern sogar sehr wichtig, um die gesetzliche Pension aufzubessern. Doch welche Produkte sind eignen sich am besten? Dieser Einblick in verschiedene Anlage- und Sparmöglichkeiten soll helfen die persönliche Vorsorgestrategie zu wählen.

Beamte können ihre private Altersvorsorge wesentlich besser als Angestellte (in der Privatwirtschaft) planen. Mit der Ernennung zum „Beamten auf Lebenszeit“ ist eine sehr hohe Planbarkeit und Einkommenssicherheit fast bis ins Pensionsalter verbunden.
Die entscheidenden Unterschiede zu Angestellten liegen oftmals bei einem kleinen Einkommensnachteil gegenüber der Privatwirtschaft in den ersten Berufsjahren, die sich aber durch die guten Pensionen über die Jahre hinweg gesehen relativieren. Im Gegensatz zur Privatwirtschaft, bei der für die gesetzliche Rentenversicherung beinahe 10% des Bruttos vom Arbeitnehmer einbehalten werden, tragen Beamte nur durch einen teilweisen Verzicht auf die Besoldungserhöhungen zur Altersvorsorge bei.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die (un)passenden Möglichkeiten für die Altersvorsorge und welche Unterschiede es zur Privatwirtschaft gibt. Dabei gilt immer: Wer jetzt schon an die Zeit der Pensionierung denkt, der kann sie wesentlich besser genießen.

Riester-Rente: Auch für Beamte sinnvoll?

Staatliche Förderungen für die private Altersvorsorge, wie die Riester-Zulagen, sind natürlich auch für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst möglich. Alles andere wäre ja auch eine Ungleichbehandlung derjenigen, die ihre Arbeitszeit und ihr Engagement der Bevölkerung im Rahmen ihrer Beamtentätigkeit zur Verfügung stellen.

Bei einer jährlichen Einzahlung von etwa 4% des Einkommens gibt es im Zuge einer Riester-Rente deshalb pro Erwachsenem eine Zulage von 156 Euro und pro Kind (je nach Geburtsdatum) eine Zulage von 300 Euro Zulage. Diese Zulage wird für jedes Vorsorgeprodukt gewährt, welches die hohen Riester-Kriterien erfüllt.

Bei der Wahl der passenden Riester-Anlage sollten Beamte aber von ihrer eigenen, persönlich besseren Risikostruktur ausgehen: Im Gegensatz zu vielen Angestellten in der Privatwirtschaft ist der Arbeitsplatz beinahe zu 100% sicher und zudem sind regelmäßige Einkommenserhöhungen wegen Erreichen einer höheren Dienstaltersstufe und Besoldungsgruppe im Gegensatz zu vielen kriselnden Branchen eher die Regel, als die Ausnahme. Deshalb steht Ihnen zwar grundsätzlich die volle Bandbreite des Riester-Sparens zur Verfügung, es gibt aber auch ein paar Besonderheiten. Wer diese beachtet, der macht mehr aus seinem Geld und kann als Beamter bei der privaten Altersvorsorge richtig Gas geben.

Variante 1: Riester-Sparen für Eigenheim

Wer die Besonderheiten des Riester-Sparens in Form der „Wohn-Riester“ nutzen möchte, der sollte genau auf das momentan geltende Zinsniveau achten. Während einer Niedrigzinsphase ist der Vorteil der Wohn-Riester und die Verwendung des Geldes für die eigenen vier Wände wesentlich geringer als in einer Hochzinsphase. Zudem stehen Beamten Immobilienkredite, aufgrund der hohen durchschnittlichen Bonität, zu einem besonders günstigen Zinssatz zur Verfügung. In der derzeitigen Niedrigzinsphase ist also der klassische Riester-Sparplan mit Hilfe einer Fondslösung oder eines Banksparplans die bessere Variante.


Private Altersvorsorge im Vergleich

Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen und unverbindlichen Tarifvergleich durch einen unabhängigen Experten an.


Variante 2: Riester-Rente als Banksparplan

Bei den Tests von Verbraucherschützern schneiden Banksparpläne regelmäßig sehr gut ab und landen auf den vorderen Plätzen. Wer sich also für ein sehr hohes Maß für Sicherheit und eine planbare Wertentwicklung interessiert, der sollte sich näher mit den Banksparplänen auseinandersetzen.

Tipp: Diese Banksparpläne können guten Gewissens als Spezialität bzw. Besonderheit des Sparkassen- und Raiffeisenbank-Sektors bezeichnet werden. Die privaten Großbanken setzen meist auf Fondslösungen oder Versicherungsvarianten.

Sind weitere Formen der Altervorsorge interessant?

Natürlich gibt es noch weitere Produkte und Modelle für eine privaten Altersvorsorge, die für Beamte interessant und sinnvoll sein können (oder ihnen zumindest häufig angeboten werden):

Fonds-Sparverträge? Für risikofreudig Anleger

Aufgrund der hohen Arbeitsplatzsicherheit und der guten gesetzlichen Pension können Beamte bei ihrer private Altersvorsorge ruhig etwas risikofreudiger sein. Sehr gut geeignet sind deshalb die Fonds-Sparverträge mit renommierten Investmentfonds. Aktien haben langfristig eine wesentlich höhere Rendite als festverzinsliche Anlagen und zudem können Sie hier besser den Zins- und Zinseszins-Effekt ausgenutzen. Gibt es dann während der Laufzeit Konjunkturschwankungen, so können Sie den Cost-Average-Effekt nutzen: Zu günstigeren Kursen können Sie dann pro eingezahltem Euro mehr Fondsanteile erwerben, die dann später mehr im Wert steigen.

Basisrente? eigentlich für Selbständige gedacht

Bei der Frage welche private Altersvorsorge sinnvoll ist, wird oft auch auf die sogenannte Basisrente verwiesen. Diese ist aufgrund ihrer Konstruktionsweise allerdings eher für Selbständige und Freiberufler gedacht, die weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen. Hier werden keine Zulagen vom Staat bezahlt. Ihr Reiz liegt in der Geltendmachung der Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung. Da Beamte aber schon über erhebliche Zusagen der Altersvorsorge im Rahmen der Pensionen verfügen, ist die Basisrente nicht das beste Modell. Meist fahren sie mit den hohen, saftigen Zulagen der Riester-Rente wesentlich besser.

Beamte müssen nur eine kleine Versorgungslücke schließen

Vorsorgelücke
© olly / Fotolia

Die Pension anhand einer Faustregel zu berechnen ist nicht ganz einfach, denn auch hier schlagen relativ komplizierte Regelungen zu, die ein späteres Pensionseintrittsalter je nach Geburtsjahr vorsehen. Zudem ist für das Pensionsalter auch die Zugehörigkeit zum einfachen, gehobenen oder höheren Dienst entscheidend. Während Richter beispielsweise vor einigen Jahren mit 65 Jahren in Pension gehen konnten, lag diese Grenze bei Bahnbeamten schon bei 62 oder 64 Jahren.

Allerdings kann man ähnlich einer Eckrente für alle diejenigen, die in die normale Rentenversicherung eingezahlt haben, auch eine Faustregel für die Beamten verwenden. Meist beträgt die Pension etwa zwei Drittel des Bruttogehaltes, womit die Beamten von einer vergleichsweise recht hohen gesetzlichen Rente profitieren.

Wer als Beamter im Alter den gleichen Lebensstandard wie während seiner Dienstzeit genießen möchte, der sollte einen Vermögensstock über eine private Altersvorsorg aufbauen, aus dem sich monatliche Rentenzahlungen von etwa einem Drittel des letzten Bruttos ergeben werden.