Freiwillig gesetzlich versichert: Die Beiträge (am Beispiel: DAK)

Die Beiträge für alle Personen, die freiwillig gesetzlich versichert sind hängen sowohl von allgemein gültigen Beitragssätzen, wie auch von individuellen Faktoren ab. Am Beispiel der DAK wird hier die Beitragsberechnung näher erläutert.


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Tarife der DAK als Beispiel

Mit welchen Beiträgen man rechnen muss, wenn man freiwillig gesetzlich versichert ist, wird im Folgenden am Beispiel der DAK dargestellt. Die DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) ist eine der größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland und betreut über 6,3 Millionen Versicherte. Die Beispiele und Beitragsangaben in diesem Artikel beruhen auf den aktuell gültigen Tarifen.

Bei den Grundleistungen entsprechen die DAK-Tarife aufgrund bundeseinheitlicher Regelungen weitestgehend denen der übrigen Krankenkassen. Preisunterschiede gibt es vor allem bei Individualtarifen. So können Versicherungsnehmer bei der DAK ihre Beitragsbelastung durch Vereinbarungen von Selbstbehalten mit Beitragsrückgewährungen bzw. Prämien reduzieren.

Mit oder ohne Krankengeldanspruch?

Für freiwillig gesetzlich versicherte Personen besteht grundsätzlich die Wahl, ob ein Tarif mit oder ohne Krankengeldanspruch genutzt wird. Das Krankengeld ist eine besondere Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Es wird als Ersatz für Verdienstausfälle bei länger andauernder Arbeitsunfähigkeit gezahlt. Im Regelfall tritt der Krankengeldanspruch sechs Wochen nach Krankheitsbeginn ein.

Die DAK bietet außerdem für Selbstständige sowie für Künstler und Publizisten besondere Krankengeldtarife als Zusatzschutz an, der bereits ab dem 15. Tag der Krankheit greift. Das gezahlte Krankengeld orientiert sich am zuletzt erzielten Arbeitsverdienst. Gerade für Freiberufler und Selbstständige, die für die Einkommenserzielung wesentlich auf ihre persönliche Arbeitskraft angewiesen sind, sollte der Verzicht auf Krankengeldanspruch sehr gut überlegt sein, auch wenn die Beiträge dann geringfügig niedriger sind.

Beitragsbemessung: Besonderheiten bei Selbstständigen

Grundlage für die Beitragsberechnung sind die beitragspflichtigen Einnahmen. Bei Freiberuflern und Selbstständigen orientieren sich die Versicherungsbeiträge am erzielten Gewinn sowie an zusätzlichen Einkünften aus Kapitalanlagen, Vermietung und Verpachtung usw.. Im Unterschied zu Arbeitnehmern müssen Freiberufler und Selbstständige die Beiträge dabei vollständig selbst tragen, hier gibt es keinen Arbeitgeberanteil.

Ein weiterer Unterschied betrifft die beitragspflichtigen Einnahmen: bei Arbeitnehmern werden außer dem Bruttoarbeitsentgelt keine weiteren Einnahmen für die Beitragsbemessung herangezogen. Selbstständige und Freiberufler werden dagegen an ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bemessen. Dabei fließen auch Einkommensbestandteile ein, die nicht durch Erwerbsarbeit erzielt wurden.

Mindest- und Höchstbeiträge für freiwillig Versicherte

Bei Verzicht auf Krankengeldanspruch gilt allgemein ein ermäßigter Beitragssatz von 15,5%, ansonsten 16,1%. Dabei sind allerdings bestimmte Mindest- und Höchstbemessungsgrenzen zu beachten.

Liegen die beitragspflichtigen Einnahmen über der Höchstbemessungsgrenze, entfällt für Einnahmen jenseits der Grenze die Beitragspflicht. Die Beitragsbemessungsgrenze für Höchstbeiträge liegt 2019 bei 4537,50 Euro pro Monat. Das bedeutet für Versicherungsnehmer einen Höchstbeitrag von 703,31 Euro pro Monat ohne Krankengeldanspruch und von 730,54 Euro pro Monat mit Krankengeldanspruch.

Die Mindestbemessungsgrenze bestimmt den zu leistenden Mindestbeitrag der freiwilligen Krankenversicherung. Sie beträgt 2019 1038,33 Euro pro Monat. Auch wenn die beitragspflichtigen Einnahmen – zum Beispiel bei Selbstständigen – tatsächlich niedriger ausfallen, müssen die festgelegten Mindestbeiträge gezahlt werden. Bei einer freiwilligen Versicherung ohne Krankengeldanspruch sind das 106,94 Euro pro Monat, mit Krankengeldanspruch 167,17 Euro pro Monat.

Zusätzlich: Beiträge zur Pflegeversicherung

Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung gelten im Prinzip die gleichen Höchst- und Mindestbemessungsgrenzen und dieselben Maßstäbe wie in der Krankenversicherung. Der Beitragssatz beträgt hier 3,05% des beitragspflichtigen Einkommens, zzgl. 0,25% Kinderlosen-Zuschlag. Die Beiträge liegen dementsprechend zwischen 31,67 Euro (mindestens) und 138,39 Euro (höchstens) monatlich, bei Kinderlosen beträgt die Bandbreite 34,26 Euro bis 149,74 Euro.

Die Gesamtbelastung im Überblick

Welche Gesamtbelastung ergibt sich hieraus für freiwillig gesetzlich Versicherte? Hierzu folgende Übersicht (dabei sind Pflegeversicherungsbeiträge mit Kindern unterstellt):

Beitragshöhe ohne Krankengeld:

  • Höchstbeitrag: 703,31 Euro
  • Mindestbeitrag: 160,94 Euro

Beitragshöhe mit Krankengeld:

  • Höchstbeitrag: 730,54 Euro
  • Mindestbeitrag: 167,17 Euro

Die tatsächliche Beitragsbelastung bewegt sich je nach gewähltem Versicherungsumfang innerhalb dieser genannten Eckwerte in Abhängigkeit von den erzielten beitragspflichtigen Einnahmen.

Private Zusatzabsicherung möglich

Die Leistungen in der (freiwilligen) gesetzlichen Krankenversicherung sind häufig weniger umfangreich als bei privaten Krankenkassen. Versicherungsnehmer können sich durch den Abschluss privater Zusatzversicherungen oder von Zusatztarifen bei ihrer jeweiligen Krankenkasse zusätzlich absichern. Sie erhalten damit einen Leistungsumfang, der dem der Vollversicherung bei einer privaten Krankenkasse vergleichbar ist.

Aktualisiert: 11.07.2019