Berufsunfähigkeitsversicherung: Kosten im Monat (mit Beispielen)

Sicherheit durch Berufsunfähigkeitsschutz
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Zwar wird sie regelmäßig empfohlen, jedoch ist sie auch sehr teuer: Die Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch mit welchen Kosten muss man im Monat tatsächlich rechnen und von welchen Faktoren die Beiträge konkret abhängig?

Ein unverzichtbarer Schutz

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen, die Sie für sich abschließen können. Im Falle einer Berufsunfähigkeit reicht die staatliche Absicherung in den meisten Fällen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können. Viele schrecken jedochvor dem Abschluss zurück, weil ihnen die Beiträge zu teuer erscheinen.

Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind vergleichsweise hoch. Allerdings liegen die Kosten für eine BU-Absicherung in der Regel unter den Beiträgen zur privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung und heute gilt ein ausreichend hoher Berufsunfähigkeitsschutz als beinahe ebenso wichtig wie die Krankenversicherung.

Kosten sind von mehreren Faktoren abhängig

Die monatlichen Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Eine Rolle spielen der Beruf, die Höhe der gewählten Rente, das Alter bei Vertragsbeginn und die Laufzeit des Vertrages. Grundsätzlich gilt, je jünger und gesünder Sie beim Abschluss einer BU-Versicherung sind, desto geringer fällt der Beitrag aus.

Ein 25 Jahre alter Akademiker zahlt bei einem günstigen Anbieter ca. 30 Euro pro Monat. Bei einem teuren Anbieter zahlt ein 25-Jähriger 75 Euro monatlich. Steigt der Akademiker erst 20 Jahre später ein, liegen die monatlichen Kosten bei Anbieter bei ca. 45 Euro bzw. 140 Euro.

Frühzeitiger Abschluss senkt Kosten

Ein Faktor, der die Höhe der monatlichen Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen, ist das Alter zu Vertragsbeginn. Zum einen sind die Beiträge für Jüngere in der Regel günstiger. Zum anderen kann es sein, dass man mit zunehmendem Alter bereits Vorerkrankungen hat und gar keinen Berufsunfähigkeitsschutz erhält.

Die Versicherungsgesellschaften behalten sich vor, einen Versicherungsantrag abzulehnen, wenn der Antragsteller entsprechende Vorerkrankungen hat. Alternativ erfolgt ein Ausschluss der Vorerkrankung oder der Antragsteller erhält einen Risikozuschlag. Risikozuschläge erhöhen den Versicherungsbeitrag.
Bei jedem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden Ihnen Gesundheitsfragen gestellt. Diese Fragen müssen Sie in jedem Fall wahrheitsgemäß beantworten. Im Leistungsfall prüfen die Versicherungen Ihre Angaben. Stellt sich heraus, dass Sie die Gesundheitsfragen nicht korrekt beantwortet haben, tritt die Versicherung möglicherweise vom Vertrag zurück und Sie erhalten kein Geld.


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Der Beruf bestimmt die Beiträge (inkl. Beispiele)

Wie hoch die Kosten des Berufsunfähigkeitsschutzes für Sie werden, darüber entscheidet auch Ihr Beruf. Die Absicherung ist für Akademiker und Büroangestellte in der Regel günstiger als für Handwerker.

Ein 35-Jähriger Handwerker zahlt für seine BU im mittleren Preissegment einen monatlichen Beitrag von ca. 65 Euro. Ein Akademiker hat mit 35 Jahren ca. 40 Euro Kosten pro Monat.

Die Versicherungen machen einen Unterschied zwischen den Berufen, weil jeder Beruf andere Risiken mitbringt. Die Versicherungsgesellschaften setzen die Beiträge für handwerkliche Berufe höher an, weil sie davon ausgehen, dass harte körperliche Arbeit schneller zu Erkrankungen und damit zu einem Ausfall aus dem Berufsleben führt als ein Schreibtisch-Job.

Die Laufzeit richtig wählen

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sollten Sie auf eine ausreichend lange Laufzeit achten. Viele billige Tarife unterscheiden sich von teureren Policen hinsichtlich der Laufzeit. Je kürzer Sie die Laufzeit wählen, desto günstiger wird Ihr Versicherungsvertrag.

Viele Verbraucher neigen dazu, eine BU bis zum 60. Lebensjahr anzuschließen, weil die monatlichen Prämien dann deutlich günstiger sind. Allerdings wird dadurch der Zeitraum zwischen dem 60. und 67. Lebensjahr nicht abgedeckt. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko, krank und berufsunfähig zu werden. Richtig abgesichert sind Sie nur, wenn Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung so lange laufen lassen, bis Sie in Rente gehen und Ihre Altersrente beziehen können. Empfohlen wird eine Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr.

Leistungen genau prüfen

Experten warnen bei der BU vor sogenannten Einsteigertarifen. Manche dieser Tarife sind gestaffelt. Das heißt, die Kosten sind zu Beginn der Vertragslaufzeit relativ gering, steigen jedoch während der Vertragsdauer.

Sie sollten auch darauf achten, dass die Versicherung auf die abstrakte Verweisung verzichtet und Sie eine Nachversicherungsgarantie haben. Mit dem Verzicht auf abstrakte Verweisung kann sich die Versicherungsgesellschaft nicht vor der Zahlung drücken, wenn Sie zwar Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben, aber umschulen könnten. Die Nachversicherungsgarantie lässt Ihnen die Option offen, Ihren Versicherungsschutz bei bestimmten Lebensereignissen wie Hochzeit, Geburt eines Kindes und Beförderung entsprechend anzupassen, ohne dass Sie sich erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen müssen.

Leistungen wie Nachversicherungsgarantie, lange Laufzeit und Verzicht auf abstrakte Verweisung machen oftmals den Unterschied zwischen einer teuren und einer billigen Versicherungspolice aus.

Es gibt jedoch Berufsunfähigkeitsversicherungen mit guten Leistungen, die nicht zu hohe Kosten aufweisen. Ein Vergleich, bei dem Sie Preis und Leistungen prüfen, hilft Ihnen, das passende Angebot zu finden.

BU-Rente in richtiger Höhe anschließen

Grundsätzlich sollten Sie sich bei der Wahl Ihrer BU-Rente an Ihrem Nettoeinkommen orientieren. Experten raten, mindestens 75 % des Nettoeinkommens durch die Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern.

Prüfen Sie, ob 75% ausreichend sind und stocken Sie gegebenenfalls auf bis zu 100% auf. Sie können mit Ihrem Versicherer auch eine Dynamik vereinbaren, so dass die monatlichen Beiträge und damit auch die BU-Rente regelmäßig steigen. Eine dynamische Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch im Hinblick auf die Inflation sinnvoll.