Wechsel von der GKV in die PKV in 2017: Die Voraussetzungen

GKV PKV Wechsel
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Wie in fast jedem Jahr gab es auch zum 01. Januar 2017 leichte Anpassungen bei den Voraussetzungen für den Wechsel von der GKV in die PKV. Die Änderungen haben sich dabei vornehmlich auf die Personengruppe der Angestellten und Arbeitnehmer beschränkt.

Warum in die private Krankenversicherung wechseln?

Die individuelle Auswahl der Leistungen der privaten Krankenversicherung zählt mit Sicherheit zu den größten Vorteilen. Doch die PKV bietet noch andere Argumente. Denn durch die Auswahl des Leistungsumfangs entsprechend der aktuellen persönlichen Situation bestimmen Sie zum aktuellen Zeitpunkt den monatlichen Beitrag zur Krankenversicherung.
Mit steigendem Einkommen erhöhen Sie einfach das Leistungspaket. Obwohl sich die Beiträge im Alter erhöhen, kann die private Krankenversicherung, langfristig betrachtet, eine preiswerte Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung sein.

Als Angestellter von GKV in PKV wechseln: Voraussetzungen in 2017

Beim Wechsel von der GKV in die PKV für Angestellte ergaben sich in 2017 nur geringfügige Änderungen in Form der Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Diese Anpassung erfolgt jedes Jahr per Rechtsverordnung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die für 2017 gültige Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) beträgt 4.800 Euro monatlich oder 57.600 Euro jährlich.

Die „Besondere JAEG“ liegt bei 4.350 Euro monatlich oder 52.200 Euro jährlich und gilt ausschließlich für alle seit spätestens 31. Dezember 2002 privat krankenversicherten Personen, die zu diesem Zeitpunkt bereits versicherungsfrei waren.

Ab welchem Zeitpunkt Sie als Angestellter versicherungsfrei sind, also die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung haben, hängt von folgenden Kriterien ab.

  • Neu aufgenommene Arbeitsverhältnisse oder BerufsanfängerEine gesicherte Zusage eines Jahreseinkommens oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze ist Voraussetzung für die sofortige Versicherungsfreiheit.
  • Selbstständige, die in ein Arbeitnehmerverhältnis wechseln
    Versicherungsfrei, wenn Jahreseinkommen oberhalb der vorgegebenen JAEG liegt.

Anders präsentiert sich die Situation, wenn Sie eine Gehaltserhöhung erhalten und dadurch ein Einkommen oberhalb der JAEG erzielen. In diesem Fall sind Sie erst ab 1. Januar des Folgejahres versicherungsfrei und können erst ab diesem Zeitpunkt in die PKV wechseln. Beachten Sie in diesem Fall, dass das erzielte Einkommen die vorgegebene JAEG des Folgejahres zumindest erreichen muss.

Entscheiden Sie sich trotz des Erreichens der JAEG im ersten Schritt für den freiwilligen Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung und wechseln erst zu einem späteren Zeitpunkt in die private Krankenversicherung, haben Sie eine Kündigungszeit von zwei Monaten.


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Der Wechsel in die PKV für Selbstständige in 2017

Selbstständige und Freiberufler sind unabhängig von ihrem Einkommen versicherungsfrei und haben die Wahl zwischen der GKV und PKV. Davon ausgenommen sind Künstler, Publizisten und Landwirte.

Zählen Sie zu dieser Personengruppe, ändert sich bezüglich des Zugangs zur privaten Krankenversicherung im Jahr 2017 nichts. Ob die prognostizierten Beitragserhöhungen eintreffen, bleibt abzuwarten, wobei hier die anstehenden Bundestagswahlen zum Teil als Hindernis für überdurchschnittliche Erhöhungen gelten. Dies gilt ebenfalls für zukünftige Zugangsvoraussetzungen, die – wenn überhaupt vorhanden – frühestens 2018 wirksam werden.

Voraussetzungen für Beamte, Studenten und andere Personengruppen

Eine verhältnismäßig große Personengruppe unterliegt grundsätzlich der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Unter gewissen Voraussetzungen besitzen Sie jedoch die Möglichkeit könne auch Sie von der GKV in die PKV wechseln:

  • Beamte mit Anspruch auf Beihilfe
  • Das Einkommen von Künstlern, Publizisten, selbstständigen Gärtnern und Landwirten überschreitet die JAEG.
  • Studenten ab dem 30. Lebensjahr
  • Studenten nach Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht
  • Personen ohne oder mit geringfügigem Einkommen wie beispielsweise Kinder, Hausfrauen oder Hausmänner, wenn der Partner privat versichert ist.

So funktioniert der Wechsel von der GKV in die PKV

PKV wechsel - so gehts
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Sind Sie zum aktuellen Zeitpunkt in der gesetzlich Krankenversicherung und bereits seit einem längeren Zeitraum versicherungsfrei, berücksichtigen Sie bitte die Kündigungsfrist Ihrer Krankenkasse.
Bei einer sofort wirksamen Versicherungsfreiheit durch den Wechsel in eine selbstständige Tätigkeit oder an eine neue Arbeitsstelle mit entsprechend hohem Einkommen können Sie umgehend von der GKV in die PKV wechseln. In der Regel informiert Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse, dass Sie nun versicherungsfrei sind und die Wahl haben, das Versicherungsverhältnis fortzusetzen oder sich innerhalb von zwei Wochen privat abzusichern.

Bevor Sie die Kündigung bei der gesetzlichen Krankenkasse vornehmen, warten Sie unbedingt die Zusage der privaten Krankenversicherung ab. Denn entspricht beispielsweise die Gesundheitsprüfung nicht den Erwartungen, kann der Antrag auf Mitgliedschaft abgelehnt werden oder es werden höhere Zusatzbeiträge gefordert. Dies gilt vor allem für bestimmte Erkrankungen oder noch nicht vollständig ausgeheilte Unfallverletzungen der vergangenen drei bis fünf Jahre.

Zusätzlich zum Antrag, Unterlagen zu Gesundheitsfragen oder ärztlichen Attesten benötigen Sie eventuell eine Einkommensbescheinigung, mit der Sie Ihr Einkommen und damit den Anspruch auf den Wechsel zum privaten Krankenversicherer nachweisen. Im Prinzip informiert Sie der Privatversicherer detailliert, welche Unterlagen in Ihrem individuellen Fall nötig sind.

Beachten Sie bitte, dass versicherungsfrei nur bedeutet, dass Sie die Wahl zwischen privater oder gesetzlicher Krankenversicherung haben. Da die gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung vorliegt, müssen Sie sich für eine dieser Versicherungsformen entscheiden.