Private Krankenversicherung: Welche Leistungen sind wichtig?

Frage PKV Leistungen
© olly / Fotolia

In der privaten Krankenversicherung gibt es eine große Vielfalt von Leistungen und Tarifen. Die Entscheidung darüber was wirklich wichtig ist und auf was verzichtet werden kann, kann deshalb recht schwierig werden.

Checkliste: Was braucht man wirklich?

Das Spektrum an Leistungen der privaten Krankenversicherungen ist enorm. Manche von ihnen sind besonders wichtig und sollten nicht fehlen, während andere vernachlässigt werden können.

Achten Sie darauf, dass diese Leistungen in Ihrem PKV Tarif enthalten sind:

Ambulante Leistungen

Die privatärztlichen Leistungen betragen im Regelfall das 2,3-fache der Gebührenordnung. Diese Kosten können schnell in die Höhe schießen. Daher sollte eine Kostenübernahme des Arzthonorars bis zum 3,5-fachen der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) erfolgen.

Regelmäßige Gesundheitschecks zahlen sich langfristig aus. So können schlimme Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. Daher sollte unbedingt eine Übernahme der Kosten für Vorsorgeuntersuchungen erfolgen.

Im Notfall kommt der Krankenwagen und bringt Sie ins Krankenhaus. Das ist kein kostenloser Service der Stadt, sondern muss von Ihnen bezahlt werden – sofern Ihre Krankenkasse nicht dafür aufkommt. Daher sollten in der PKV die Transportkosten zum Krankenhaus abgedeckt sein. In der Regel sind 80 Kilometer ausreichend. Für ländliche Gegenden sind mindestens 100 Kilometer zu empfehlen.

Der Versicherer kann die Kosten für Brillen und weitere Hilfsmittel bezuschussen. Generell sollte eine Übernahme von mindestens 75% dieser Leistungen erfolgen. Der Wert darf nicht geringer sein, da eine gute Brille elementar für den Alltag ist. Noch teurer wird es bei Rollstühlen oder Dialysegeräten. Sind keine Hilfsmittel im Vertrag enthalten, bleiben Sie auf diesen Kosten sitzen.

Das Krankentagegeld ist ein wichtiger Punkt, der häufig vergessen wird. Gerade für Selbstständige ist es äußerst wichtig, mindestens 6 Wochen eine Ersatzzahlung zu erhalten. Bei längeren Aufenthalten sollten wenigstens 70 Prozent des Nettoarbeitsentgelts geleistet werden.


Private Krankenversicherung im Vergleich

Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen und unverbindlichen Vergleich der Testsieger von unserem Experten an.


Die Kosten für teure Medikamente und Operationen sollten im Tarif enthalten sein. Da der Trend Richtung Heilpraktiker geht, werden diese Kosten im Optimalfall ebenfalls übernommen.

Stationäre Leistungen

Ob Sie eine Behandlung vom Chefarzt benötigen, bleibt Ihnen überlassen. Der diensthabende Stationsarzt ist tagtäglich mit Patienten beschäftigt und verfügt daher über ausreichend Routine.

Generell sollte eine freie Arzt- und Krankenhauswahl im Tarif enthalten sein, mit der Möglichkeit zum Wechsel – falls Ihnen ein anderer Experte eher zusagt oder Sie mit den Behandlungsmethoden nicht einverstanden sind.

Ein Zweibettzimmer sollte es mindestens sein. Die günstigste Option besteht in einem Mehrbettzimmer, was nicht empfehlenswert ist. Beachten Sie, dass Sie mit nur einer fremden Person mehr Ruhe haben und so schneller genesen können.

Zahnärztliche Leistungen

Soll die Kostenübernahme vollständig von der private Krankenversicherung erfolgen? Generell sollten Sie möglichst viele Prozente mitnehmen, da eine Zahnbehandlung oder -prophylaxe teuer werden kann. Die Übernahme von Zahnersatzleistungen sollte bei mindestens 65% liegen.

Eine noch höhere Quote ist bei Zahnbehandlungskosten zu empfehlen, mindestens 90% müssen es sein. Gerade im Alter sind kostenintensive Behandlungen keine Seltenheit. Sie können mitunter mehrere tausend Euro kosten, weshalb jeder weitere Prozentpunkt zählt.

Kosten sparen: Darauf kann man verzichten

Mann mit Sparschwein
© olly / Fotolia

Einige Leistungen sind nur für bestimmte Personengruppen sinnvoll. Verzichten Sie nur dann auf eine Schutzleistung, wenn Sie diese garantiert nicht benötigen.

Diese optionalen Leistungen in einer privaten Krankenversicherung stellen sich im Nachhinein häufig als unwichtig heraus:

Auslandskrankenversicherung:
Wer prinzipiell nicht ins Ausland reist oder die nächsten Jahre keine Reise geplant hat, kann darauf verzichten. Zudem ist bei vielen Kreditkarten bereits eine Reisekrankenversicherung inklusive.

Beitragsrückerstattung:
Wer das ganze Jahr über gesund ist, kann von bis zu 3 Monatsbeiträgen als Rückzahlung profitieren. Ob sich das lohnt, ist im Einzelfall genau nachzurechnen. Wenn Sie nur einmal zum Arzt gehen und im Vergleich zum „normalen“ Tarif sogar draufzahlen müssen, lohnt sich diese Option nicht.

Haushaltshilfe und Kinderbetreuung:
Häufig sind derartige Leistungen in der PKV enthalten. Wer genug helfende Hände hat, kann diesen Punkt streichen.

Krankentagegeld:
Achten Sie genau aufs Kleingedruckte. Ab welchem Tag wird das Krankengeld ausbezahlt und in welcher Höhe? Fällt die Summe viel zu gering aus, sollten Sie womöglich darauf verzichten.

Selbstbeteiligung:
Generell sollten 1.500 Euro die maximale Obergrenze bilden. Eine teure Behandlung könnte sich sonst zur Kostenfalle entwickeln. Fragen Sie nach, wie hoch der finanzielle Unterschied bei einer Beteiligung von 300 Euro liegt.

Zimmerwahl:
Ob Ein- oder Zweibettzimmer macht keinen großen Unterschied. Sofern Sie menschlichen Kontakt nicht bewusst meiden, können Sie hier einsparen.

Tipp

Die Leistungen der privaten Krankenversicherunge können verändert oder angepasst werden. Es lohnt sich nicht den Tarif nach und nach zu erweitern, da der Versicherer bei jeder Leistungsverbesserung eine Gesundheitsprüfung verlangen kann. Am besten ist ein hochwertiger Schutz gleich bei Vertragsabschluss.