Krankenversicherung für Selbstständige: Berechnung der Beiträge

Selbstständiger am Arbeitsplatz
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Für vielen Selbstständige fällt die Entscheidung zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung auf Grundlage der Kosten. Daher ist wichtig zu wissen wie sich Beiträge innerhalb der beiden Systeme berechnen.

Beitragsberechnung für Selbstständige in der GKV

Der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige ist durch den Gesetzgeber festgelegt. Der reduzierte Satz beträgt 14% Ihres Gewinns. Die steuerliche Behandlung der Einkünfte spielt dabei keine Rolle. Herangezogen werden alle Einnahmen, die Sie zum Leben verwenden können. Wenn Sie zusätzlich den Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erwerben möchten, müssen Sie den allgemeinen Satz von 14,6% buchen.

Die gesetzliche Krankenkassen könne zusätzlich einen Zusatzbeitrag von 1% erheben. Für die Pflegeversicherung werden 2,55% fällig. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 4350 Euro pro Monat. Wenn Sie mehr verdienen, müssen Sie dennoch keine höheren Beiträge zahlen.

Berechnungsbeispiel:

Gesetzt den Fall, Sie verdienen als Selbstständiger 2000 Euro pro Monat, so beträgt der allgemeine Beitrag zur Krankenversicherung 325,76 Euro monatlich. Ein Zusatzbeitrag von 1% würde eine zusätzliche Belastung von 22,31 Euro ausmachen.

Die zusätzlichen Kosten für die Pflegeversicherung liegen bei 56,90 Euro für Versicherte mit Kindern. Kinderlose zahlen, so sie älter als 23 sind, 62,48 Euro monatlich für die Pflege.

Der monatliche Gesamtbeitrag liegt also bei etwa 400 Euro.

Mögliche Beitragsermäßigung für Selbstständige

Selbstständige können einen sogenannten „Härtefall-Antrag“ stellen. In diesem Fall wird ein Einkommen von 1487,50 Euro monatlich für die Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags herangezogen. Stellen Sie diesen Antrag nicht, kalkulieren die Kassen im ersten Jahr mit einem monatlichen Gewinn von rund 2200 Euro. Die AOK kalkuliert beispielsweise mit 2231,25 Euro.

Selbstständige bei Beitragsberechnung
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Eine weitere Sonderregel greift bei einem plötzlichen Gewinneinbruch im Zuge Ihrer selbstständigen Unternehmung. Reduziert sich Ihr Gewinn innerhalb eines Jahres absehbar um mindestens 25%, können Sie unter Vorbehalt Ihre Versicherungsprämien kürzen. Dies müssen Sie allerdings der für Sie zuständigen Krankenkasse anzeigen.


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Für Verheiratete bzw. Bedarfsgemeinschaften greift ebenfalls eine Sonderregel. Wenn Sie und Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin Ihre Einkünfte addieren, anschließend durch Zwei teilen und ein Ergebnis von weniger als rund 2200 Euro (AOK: 2231,25 Euro) erhalten, haben Sie ebenfalls Anrecht darauf, dass Ihr Beitragssatz reduziert wird. Viele Selbstständige nutzen diese Möglichkeit nicht.

Aussetzung der Beitragsermäßigung

Liegt Ihr monatliches Einkommen unterhalb von rund 2200 Euro, haben Sie als Selbstständiger ein Recht auf eine Beitragsermäßigung. Relevant bleiben weiterhin die 14,6% Ihrer Einkünfte. Die gesetzliche Krankenversicherung darf Ihnen die Beitragsermäßigung allerdings in bestimmten Fällen verwehren:

  • Sie oder Ihr Partner verfügen über ein Vermögen von mehr als 11.900 Euro
  • Sie erzielen Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung
  • Sie erzielen steuerpflichtige Einkünfte aus Kapitalerträgen (Vereinfacht gesagt: Die Renditen aus Ihren Geldanlagen übersteigen 801 Euro pro Jahr)

Beitragsberechnung für Selbstständige in der PKV

In den privaten Krankenversicherungen ist Ihr Einkommen für die Ermittlung und Berechnung der Beiträge nicht wichtig.

Entscheidend sind andere Kriterien:

  • Ihr Alter
  • Leistungen der Versicherungen
  • Übernimmt die PKV die Kosten zu 100% oder gibt es eine prozentuale Selbstbeteiligung?
  • Wünschen Sie zusätzliche Leistungen wie Krankentagegeld?
  • 10% Beitragszuschlag, um Beiträge für ältere Versicherte stabil zu halten
  • Altersrückstellungen (Höhe abhängig von Ihrem Alter)

Berechnungsbeispiel:

Sie sind 33 Jahre alt und arbeiten als Selbstständiger in einem Büro bzw. üben eine büroähnliche Tätigkeit aus. Sie suchen eine private Vollversicherung, die Kosten wenigstens zu 90% abdeckt. Krankenhauskosten und ambulante Behandlungen werden vollständig übernommen. Ab dem 29. Tag Ihrer Arbeitsunfähigkeit erhalten Sie ein Krankentagegeld in Höhe von 20 Euro. Ihr Beitrag als Selbständiger für die private Krankenversicherung liegt bei 658,20 Euro monatlich. Für die Pflegeversicherung müssten Sie zusätzlich 26,31 Euro bezahlen. Steuerlich können Sie den Pflegebetrag voll berücksichtigen lassen. Vom Krankenversicherungsbeitrag können Sie 498,52 Euro berücksichtigen lassen.

Hinweis: Diese Werte wurden mit einem Vergleichsrechner ermittelt. Berücksichtigen Sie bitte, dass die jeweiligen Privatversicherungen frei in Ihrer Tarifgestaltung sind. Sie können je nach Anbieter auch bessere oder schlechtere Werte finden.