Krankenversicherung für Freiberufler: Welche Kosten in PKV und GKV?

Freiberufler bei der Arbeit
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Freiberufler müssen sich zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung entscheidet. Neben den Leistungen, spielen auch die Unterschiede zwischen der PKV und GV hinsichtlich der Kosten eine wichtig Rolle.

Beiträge und Kosten

1. Gesetzliche Krankenversicherung

Jeder Freiberufler kann in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden.

Ausnahmen:

  • Befindet sich der Versicherte in der PKV, muss er dauerhaft unter die Beitragsbemessungsgrenze fallen. Für 2016 liegt dieser Wert bei 50.850 Euro im Jahr, was monatlich 4.237,50 Euro sind.
  • Wer sich arbeitslos meldet, wird automatisch bei der GKV registriert.

Sonst ist ein Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung kaum realisierbar.

Die Beitragshöhe in der GKV richtet sich nach dem tatsächlichen Einkommen des Freiberuflers, wozu auch Kapitaleinnahmen und Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung zählen. Das ist ein Nachteil gegenüber Arbeitnehmern, da bei ihnen nur das Arbeitseinkommen herangezogen wird. In der Regel müssen Freiberufler ihr Einkommen schätzen, da sie es am Anfang des Jahres noch nicht kennen. Grundsätzlich gilt ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6%, zu dem der kassenindividuelle Zusatzbeitrag hinzukommt. Dieser liegt bei etwa 1,1% (2016). Wenn Sie auf Krankengeld verzichten, senken Sie den Beitragssatz auf 14,0%.

Für die Berechnung der Kosten werden Einnahmen von bis zu 4.237,50 Euro im Monat berücksichtigt. Die Untergrenze liegt bei monatlich 2.178,75 Euro.

Beispiele:

Ein Freiberufler verdient 5.690 Euro im Monat. Somit wird der Maximalsatz von 4.237,50 Euro herangezogen:


Private Krankenversicherung im Vergleich

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  • Krankenversicherung ohne Krankengeld: 593,25 Euro (14,0%)
  • Krankenversicherung mit Krankengeld: 618,68 Euro (14,6%)

Es kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag von 46,61 Euro (1,1 %) hinzu.

Der Versicherte fällt unter die Mindestbemessungsgrundlage mit einem monatlichen Einkommen von 1.723,80 Euro. Dennoch wird ein fiktives Mindesteinkommen von 2.178,75 Euro angenommen:

  • Krankenversicherung ohne Krankengeld: 305,03 Euro (14,0%)
  • Krankenversicherung mit Krankengeld: 318,10 Euro (14,6%)

Auf den gewünschten Tarif ist der kassenindividuelle Zusatzbeitrag von 23,97 Euro (1,1%) zu addieren.

2. Private Krankenversicherung

Freiberuflerin
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Für Freiberufler erscheint die PKV häufig attraktiver. Da sich die Beiträge am persönlichen Krankheitsrisiko orientieren, profitieren junge und gesunde Versicherte von diesem Modell. Wer mehr verdient, kann umso mehr Geld sparen. Für die Kosten ist der gewünschte Leistungsumfang entscheidend.

Die Beiträge der private Krankenversicherung hängen nicht davon ab, wie viel Sie als Freiberufler verdienen. Es ist irrelevant, ob es 1.700 oder 8.900 Euro im Monat sind. Dafür steigen die Beiträge im Alter an. Das gilt bis zu einer Altersgrenze von etwa 65 bis 70 Jahren, ab dann sinken die Kosten wieder. Dies ist dem hohen Niveau an Altersrückstellungen der Privatkassen zu verdanken.

Beispiel:

Der Freiberufler hat ein Monatseinkommen von 7.836,70 Euro. Das spielt keine Rolle, da er sich den Tarif selber zusammenstellen kann:

  • Paket Komfort (freie Arztwahl, Chefarzt, Einbettzimmer, 80 % Zahnersatz): 395,47 EUR
  • Krankentagegeld ab der 4. Woche in Höhe von 50 Euro pro Tag: 26,00 EUR

Er hat sich für eine Selbstbeteiligung von 300 Euro entschieden.

Sparpotenzial für die GKV

Freiberufler am Arbeitsplatz
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Ob sich als Freiberufler die gesetzliche oder private Krankenversicherung lohnt, ist von den persönlichen Umständen abhängig. Wer Kinder hat, kann sie in der GKV bis zu einem Alter von 25 Jahren kostenlos mitversichern. Das gilt auch für den Ehepartner, sofern er oder sie höchstens 450 Euro im Monat verdient.

1. Tipps für die GKV

Da die Grundbeiträge gedeckelt sind, lässt sich hier kaum etwas einsparen. Die Leistungen der gesetzlichen Kassen sind zu 95% identisch. Dennoch lohnt sich ein Preisvergleich, da die Zusatzbeiträge unterschiedlich hoch ausfallen. Zudem gibt es verschiedene Programme für Erstattungen. Eine Teilnahme an Gesundheitskursen ist zu empfehlen, da sich die Kosten so senken lassen, aber nicht bei allen Kassen.

Freiberufler mit einem niedrigen Einkommen sollten von § 240 Abs. 4 SGB V (Link) Gebrauch machen. Mit dieser Härtefallregelung betragen die Kosten rund 220 Euro im Monat. Die Mindestbemessungsgrundlage sinkt auf monatlich 1.417,50 Euro und gilt immer erst ab dem Folgemonat. Ein Härtefall liegt nur dann vor, wenn Sie weniger als 11.620 Euro Vermögen besitzen. Bei Ehepaaren darf die Hälfte des Monatseinkommens den Wert von 2.178,75 Euro nicht übersteigen.

2. Spartipps für die PKV

Unternehmer
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Die Höhe Ihrer Beiträge in einer privaten Krankenversicherung hängen vom Leistungspaket ab. Am Anfang empfiehlt es sich, nur die Grundversorgung zu wählen. Wer erst kürzlich freiberuflich tätig ist, kann so viel Geld sparen. Später können Sie Ihre Leistungen erweitern oder wieder kürzen, sollten die Geschäfte nicht ganz so gut laufen.

Wer gesund lebt, profitiert von Bonusprogrammen der privaten Krankenversicherungen: Nehmen Sie keine Leistungen in Anspruch, erhalten Sie bis zu 3 Monatsbeiträge erstattet. Darüber hinaus können Sie Ihre Beitragskosten durch eine höhere Selbstbeteiligung senken. Ob Sie Krankentagegeld oder mehr Beteiligung für Zahnersatz brauchen, bleibt Ihnen überlassen. Das gilt auch für die freie Arztwahl und das Krankenzimmer.

Einige Versicherte wünschen sich ein eigenes Zimmer, während andere auch mit einem Mehrbettzimmer zufrieden sind. Überlegen Sie sich genau, was Sie wirklich benötigen und worauf Sie verzichten können. Die Antwort kann mehrere hundert Euro pro Monat ausmachen.