Erwerbsminderungsrente: Die Änderungen zu 2017 im Überblick

Erwebsminderungsrente 2017 Recherche
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Die Änderungen der Erwerbsminderungsrente in 2017, die sich in erster Linie auf die Erwerbsminderungsgrenze beziehen, soregen für ein ein lachendes und ein weinendes Auge.

Denn von einem Teil der Reformen profitieren ausschließlich jene, deren Anspruch auf diese Form der Absicherung ab 2018 aufgrund von Unfall oder Krankheit wirksam wird.

Änderungen der Erwerbsminderungsrente bei laufenden Ansprüchen

Sind Sie bereits Bezieher einer Erwerbsminderungsrente, profitieren Sie von einem Teil der Änderungen. Dies gilt vor allem für den Hinzuverdienst. Dieser wirkt bei voller und teilweiser Erwerbsminderung auf das zukünftige Einkommen positiv aus.

Bis einschließlich Juni 2017 dürfen Sie als voll erwerbsunfähiger Leistungsbezieher maximal 450 Euro monatlich hinzuverdienen. Übersteigen Sie diesen Betrag nur geringfügig, kommt es zur Berechnung einer individuellen Hinzuverdienstgrenze unter Berücksichtigung des vorherigen Einkommens.
Ab dem 1. Juli ersetzt die jährliche Mindestgrenze in Höhe von 6.300 Euro die monatliche Mindest-Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro. Vor allem der Wegfall der monatlichen Verdienstgrenze verleiht Ihnen eine gewisse Flexibilität hinsichtlich des Einkommens.

Dies ist vor allem für Tätigkeiten mit höheren Stundenlöhnen, die in unregelmäßigen Intervallen geleistet werden, von Bedeutung. Übersteigt der Hinzuverdienst diese jährliche Grenze erfolgt die Berechnung des individuell genehmigten Zusatzverdienstes. Wird dieser überschritten, kommt es zur Gegenverrechnung des Einkommensüberschusses mit der Erwerbsminderungsrente.

Eine ebenfalls positive Nachricht ist die Erhöhung der Bezugsgröße, welche die Hinzuverdienstgrenze beeinflusst. Sie ist ein Teil der Berechnungsformel zur Festlegung des individuell berechneten Einkommens, das auf Basis des vorhergehenden Verdienstes anrechnungsfrei hinzuverdient werden darf. So liegt die Bezugsgröße 2017 in den alten Bundesländern bei jährlich 35.700 Euro und in den neuen bei 31.920 Euro.

Da die Erwerbsminderungsrente vor allem bei voller Erwerbsunfähigkeit vorwiegend weniger als ein Drittel des früheren Bruttoeinkommens erreicht, ist die Möglichkeit eines höheren Hinzuverdienstes für alle Betroffenen unverzichtbar. Aber auch dann, wenn Sie eine teilweise Erwerbsminderung aufweisen und Sie nach dem Gesetz einen Teilzeitjob ausüben können, ist diese Maßnahme von Bedeutung, da es für viele Betroffene oft unmöglich ist, eine Anstellung in Teilzeit zu finden.

Änderungen bei Neubeantragung ab 2017

Antragsstellung für Erwerbsminderungsrente
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Die oben angeführten Änderungen bezüglich der Hinzuverdienstgrenzen im Rahmen der Erwerbsminderungsrente gelten selbstverständlich auch für alle Neuanträge. Anders sieht es bei der Verlängerung der Zurechnungszeit aus. Diese gilt ausschließlich für Antragsteller, die frühestens mit 1. Januar 2018 aufgrund von Unfall oder Krankheit den Status der vollen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit erhalten.


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Seit 2014 werden Bezieher einer Erwerbsminderungsrente so gestellt, als hätten sie die regelmäßigen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bis zum 62. Lebensjahr bezahlt. Diese Zurechnungszeit dient als Grundlage für die Abschläge zwischen Erwerbsminderung und Renteneintritt. Je jünger Sie als erwerbsunfähige Person sind, umso höher sind die Abschläge aufgrund der geringeren Punkteanzahl.

Mit der neuen Regelung erfolgt nun eine stufenweise Annäherung der Zurechnungszeit bis zum 65. Lebensjahr als Renteneintrittsalter. Dies bedeutet, dass die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente so gestellt werden, als würden sie bis zum Erreichen des 65. Lebensjahres mit dem bis zum Eintritt der Erwerbsunfähigkeit durchschnittlich erworbenen Einkommen arbeiten.

Grund für diese Änderungen und Mßnahmen ist bessere Absicherung von Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise erwerbsunfähig wurden. Gleichzeitig erhöht sich durch diese Anpassung laut Bundesministerium die Erwerbsminderungsrente um ungefähr 50 Euro monatlich und man rechnet damit, dass deutlich spürbar weniger Bezieher auf das Aufstocken durch die Grundsicherung angewiesen sind.

Allerdings erfolgt die Umsetzung dieser Gesetzesänderung, wie bereits erwähnt, in mehreren Stufen. Ab 1. Januar 2018 verlängert sich der Zurechnungszeitraum um drei Monate. Eine weitere Verlängerung um drei Monate erfolgt mit Januar 2019. Von 2020 bis 2024 verlängert sich der Zeitraum der Zurechnung um jeweils sechs Monate. Dadurch erfolgt die Zurechnungszeit bis zum 65. Lebensjahr erst ab Januar 2024.