BU-Versicherung mit Dynamik: widersprechen oder sinnvoll?

BU-Beiträge per Dynamik anpassen
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Die Dynamik im Zuge einer Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz „BU“)wird  häufig unüberlegt aus Furcht vor steigenden Beiträgen ausgeschlossen. Sie kann jedoch durchaus sinnvoll sein und bietet die Möglichkeit ihr flexibel zu widersprechen.

Was genau ist eine Dynamik bei einer BU-Versicherung?

Leider besteht beim Begriff Dynamik Verwechslungsgefahr mit dem identischen Ausdruck im Kreditwesen. Dort bedeutet Dynamik, dass der Zinssatz nicht fest ist, sondern sich ändern kann.

Anders sieht es bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus: Dynamik bedeutet hier, dass der Beitrag und die Leistung jedes Jahr angepasst werden. Auf diese Weise sollen Kaufkraft-Verluste, die beispielsweise durch die Inflationsrate entstehen, ausgeglichen werden. Da der Gegenfinanzierungsbedarf ebenfalls steigt, müssen auch die Beiträge nach oben gehen.

Kann man einer Dynamik generell widersprechen?

Grundsätzlich ist eine Dynamik ein Recht bzw. eine Option, die Ihnen die Berufsunfähigkeitsversicherung einräumt. Keineswegs handelt es sich um eine Pflicht. Entsprechend können Sie einer Dynamik in der Regel problemlos widersprechen. Sie müssen jene nicht in den Versicherungsvertrag aufnehmen. Allerdings wird dann auch nicht die Versicherungssumme jährlich zu Ihren Gunsten angepasst.

Sie müssen nicht jeder Beitragserhöhung zustimmen

Dynamik der Beiträge stoppen
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Die Dynamik sieht vor, dass Sie der Versicherer in jedem Jahr fragen muss, ob Sie der Beitrags- und Leistungserhöhung zustimmen oder nicht. Sie können ihr widersprechen, ohne, dass Sie der Dynamik sofort verlieren würden. Grundsätzlich müssen Sie wenigstens der ersten Erhöhung und dann jeder dritten Erhöhung zustimmen, um die Dynamik nicht zu verlieren.

Nur, wer öfter widerspricht, verliert das Recht auf die Option. Diese Regelung kann im Einzelfall allerdings anders aussehen. Informieren Sie sich bei Ihrem Versicherer.

Welchen Vorteil bietet die Dynamik?

Die Dynamik ist das Angebot des Versicherers, Ihre Versicherungssumme ohne neuerliche Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Je älter Sie werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Sie berufsunfähig werden.

Wollten Sie die Versicherungssumme beispielsweise einfach alle zehn Jahre nach oben setzen lassen, müssten Sie noch einmal eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Je nach Ergebnis steigen die Beiträge extrem an oder Sie verlieren Ihren Gesundheitsschutz. Mit der Dynamik gehen Sie diesem Problem aus dem Weg.


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Welche Nachteile nehmen Sie mit der BU-Dynamik in Kauf?

Wenn Sie Dynamik-Tabellen von Versicherern sehen, so werden Sie in vielen Fällen feststellen, dass diese die Beitragserhöhungen pro Jahr in Prozent angeben – aber nicht die konkreten Summen. Läuft eine Berufsunfähigkeitsversicherung 40 Jahre mit Dynamik, können sich die Prämien faktisch verdreifachen oder sogar vervierfachen. Die finanzielle Belastung klettert extrem.

Spätestens ab einem Alter von 50 Jahren klettern die Prämien auch schneller als die Versicherungssumme wächst. Die Dynamik dient nicht mehr nur dazu, Leistungserhöhungen aufgrund des Kaufkraftverlustes auszugleichen, sondern wird auch zu einem sinnvollen Risikoausgleich für Ihr höheres Alter.

Als Beispiel: Wenn die Dynamik Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung 5% beträgt und Sie 50 Jahre alt sind, so wird Ihre potenzielle Berufsunfähigkeitsrente nur noch um 3,82% erhöht. Die verbleibenden 1,18% dienen dem Risikoausgleich. Um das ins Verhältnis zu setzen: Im Jahr 2016 lag die Inflationsrate in Deutschland nur in einem einzigen Monat höher (Dezember 2016) als diese 1,18%. Sie zahlen im Alter proportional als Sie im Fall eines Falls bekommen würden. Bleiben Sie gesund, bedeutet die Dynamik einfach nur eine stark steigende wirtschaftliche Belastung für Ihr Erwerbsleben.

Wann ist eine Dynamik bei einer BU-Versicherung sinnvoll?

Planung der Zukunft
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Die Nachteile überwiegen aber nicht generell die Vorteile. Allerdings sollten Sie „sanfte“ Dynamiken in Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung einbauen.

Die Versicherungen schlagen gerne 5% vor, „um Kaufkraftverluste auf jeden Fall auszugleichen.“ Wenn Sie sich im Netz informieren, werden Sie ganz überwiegend entsprechende Berechnungsbeispiele finden. 3% hätten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland allerdings in jedem Jahr gereicht. Und nutzen Sie die Möglichkeit, nicht jedes Jahr der Dynamik zustimmen zu müssen.

Als Beispiel: Beträgt die jährliche Inflationsrate 1,5%, reicht es, wenn Sie in jedem zweiten Jahr Beiträge und Leistung anpassen lassen. So begrenzen Sie die wirtschaftliche Belastung und führen die Dynamik auf das zurück, was sie eigentlich sein soll: Ein Ausgleich für die Inflationsrate.