AOK Krankenversicherung für Selbständige: Welche Tarife gibt es?

Selbständiger am Start
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Die Krankenversicherung AOK bietet auch für Selbständige und Freiberufler, die sich freiwillig gesetzlich versichert haben, entsprechende Tarife mit den Grund- und Zusatzleistungen an. Erfahren Sie hier welche Beiträge berechnet werden und was für Leistungen besonders relevant und interessant für diese Berufsgruppe sind.

So werden die Beiträge berechnet

Die Berechnungsgrundlagen für die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind für alle Krankenkassen, so auch die AOK, einheitlich geregelt. Bei Selbständigen und Freiberuflern orientieren sich die Beiträge an ihren beitragspflichtigen Einnahmen. Dabei wird zunächst die allgemeine Beitragsbemessungsgrenze (2013: 3.937,50 Euro/Monat) als beitragspflichtige Einnahme zugrunde gelegt.

Kann der Versicherungsnehmer niedrigere tatsächliche Einnahmen nachweisen, werden diese als Berechnungsbasis verwandt, es gilt jedoch eine Mindestbemessungsgrenze (2013: 2.021,25 Euro).

Für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit, die einen Gründungszuschuss erhalten, gibt es eine besondere Grenze: Hier wird für 2013 von einem Betrag von 1347,50 Euro ausgegangen. Er kann auf besonderen Antrag auch von Selbständigen mit Einnahmen unterhalb der Mindestbemessungsgrenze in Anspruch genommen werden. Die tatsächlichen Einnahmen müssen der Krankenkasse dabei regelmäßig anhand der Einkommensteuerbescheide nachgewiesen werden. Maßgeblich für die Einkommensberechnung sind alle steuerlichen Einkunftsarten.

Für die Beitragshöhe in der Krankenversicherung der AOK gilt derzeit, sowohl für Selbständige als auch für Angestellte, ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 % zzgl. 0,9 % Zusatzbeitrag, insgesamt also 15,5 %. Für Versicherungsschutz ohne gesetzlichen Krankengeldanspruch wird ein ermäßigter Beitragssatz von 14,0 % zzgl. 0,9 % Zusatzbeitrag, insgesamt 14,9 % berechnet. Mit den sich so ergebenden Beiträgen werden die gesetzlich definierten Grundleistungen der Krankenkassen abgedeckt.

Die wichtigsten Wahltarife im Überblick

Darüber hinaus haben Versicherte die Möglichkeit, über Wahltarife Zusatzleistungen zu versichern. Die Wahltarife sind je nach Krankenkasse unterschiedlich gestaltet. Auch bei der AOK Krankenversicherung gibt es je nach Region etwas unterschiedliche Tarife und Angebote für Selbständige und Freiberufler. Sie haben dabei ebenso wie andere Versicherungsnehmer die Möglichkeit, solche Wahltarife abzuschließen.

Gängige Angebote für alle Versicherten im Bereich der AOK sind Zusatzleistungen bei:

Krankengeld besonders für Selbständige interessant

Im Bereich des Krankengeldes gelten in der gesetzlichen Krankenversicherung und so auch bei der AOK besondere Regelungen und Leistungen für Selbständige und Freiberufler. Das Krankengeld dient dazu, bei längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall abzudecken – gerade für die Berufsgruppen ein wichtiger Punkt. Sie haben die Wahl, ob sie das gesetzliche Krankengeld in Anspruch nehmen wollen, krankheitsbedingte Verdienstausfälle anderweitig oder gar nicht absichern.


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Wenn Selbständige die Krankengeld-Regelleistung in Anspruch nehmen, müssen sie den vollen Beitragssatz von aktuell 15,5% zahlen. Sie erhalten dann nach der sechsten Krankheitswoche das gesetzliche Krankengeld, so wie Arbeitnehmer. Es beträgt 70 % des letzten Bruttoarbeitsentgelts, maximal 90 % des Nettoarbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Wird auf das gesetzliche Krankengeld verzichtet, gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,6 %. Freiberufler und Selbständige haben dann aber die Möglichkeit, ihre Verdienstausfälle anderweitig abzusichern. Auch die Aufstockung des gesetzlichen Krankengelds ist möglich. Dies geht über einen entsprechende Wahltarif der AOK oder eine private Krankentagegeldzusatzversicherung.

Die Krankengeld-Tarife der AOK

Die Krankenversicherung der AOK bietet für Selbständige und Freiberufler drei freiwillige Tarife an, die darauf ausgerichtet sind die Zahlung des gesetzlichen Krankgeldes im Rahmen des allgemeinen Beitragssatzes aufzustocken bzw. zu ergänzen. Es handelt sich um die Tarife

  • KG Plus
  • KG 22
  • KG 15

Der Tarif KG Plus ist für die Personen gedacht, deren Einkünfte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Versicherte erhalten dann ab der siebten Krankheitswoche zusätzlich zum gesetzlichen Krankengeld eine weitere Zahlung. Die Höhe dieser Leistung kann der Versicherungsnehmer selbst wählen, es gelten allerdings – zusammen mit dem gesetzlichen Krankengeld – die 70 %-, bzw. 90 %-Grenzen bezüglich des Arbeitsentgelts. Maximal werden 150 Euro pro Tag geleistet. Die monatliche Beitragszahlung hängt dabei von der Höhe des gewählten Krankengeldes ab. Der Tarif KG Plus kann in Kombination mit anderen Wahltarifen vereinbart werden.

Der Tarif KG 22 ist für diejenigen gedacht, die sich bereits vor der Sieben-Wochen-Frist absichern wollen. In diesem Tarif wird Krankengeld bereits ab dem 22. Kalendertag nach krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit gezahlt. Die Höhe der Leistungen orientiert sich dabei an den Regelungen für das gesetzliche Krankengeld. Die Beiträge liegen hier bei 1,25 % des beitragspflichtigen Einkommens.

Der Tarif KG 15 ist vor allem auf Künstler und Publizisten ausgerichtet. Hier wird Krankengeld bereits ab dem 15. Tag bis zum 42. Tag gezahlt. Die Leistung ist grundsätzlich auf 70 % des letzten Arbeitseinkommens begrenzt. Der Beitragssatz liegt hier bei 0,8 % des beitragspflichtigen Einkommens.

Private Krankentagegeldversicherung

Ein Tipp zum Schluss: In der privaten Krankentagegeldversicherung gelten die prozentualen Einkommensgrenzen nicht. Hier ist im Rahmen der Vertragsfreiheit eine Absicherung bis zur Höhe des Nettoeinkommens möglich.