Altersvorsorge für Späteinsteiger: 4 Tipps die Ihnen helfen

Späteinsteiger bei Altersvorsorge
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Wer seine private Altersvorsorge erst im Alter von 35 bis 45 Jahr startet, gilt als Späteinsteiger und sollte besonders darauf achten, dass eine gute Strategie beim Vermögensaufbau beachtet. Hier finden Sie 4 wesentlich Tipps, die Ihnen helfen der späten Einstieg aufzuholen.

Mangel an Zeit durch Effektivität ausgleichen

Für Späteinsteiger ist der Zeitfaktor eine besondere Herausforderung beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge: Wer als Berufsanfänger bereits mit 20 Jahren mit zusätzlichen Einzahlungen beginnt, der hat für den Vermögensaufbau einen Zeitraum von mehr als 40 oder 45 Jahren bis zum Renteneintritt. Sie könnten sich später über ein höheres finanzielles Polster freuen oder etwas früher in Rente gehen.

Wer erst mit 40 oder 45 Jahren als Späteinsteiger mit der Altersvorsorge anfängt, dem steht nur noch ein halb so großes Zeitfenster für das Ansparen zur Verfügung. Auf diese Besonderheit sollte der Anleger eingehen und noch genauer auf die Instrumente achten, mit denen angespart werden soll!

Um eine für Sie als Späteinsteiger eine passende Altersvorsorge finden zu können, sollten Sie in mehreren Schritten vorgehen:

Tipp 1: Festlegung des gewünschten, monatlichen Einzahlungsbetrages

Das sofortige Ansparen und erst in der Zukunft auszahlen bedeutet immer – und ganz unabhängig von der Art der Geldanlage – einen Verzicht heute und mehr Lebensqualität im Morgen. Dieser heutige Verzicht wird durch die Rendite belohnt – mit der Sie sich morgen mehr kaufen können, als wenn Sie das Geld gleich ausgeben.

Um langfristig die Motivation für die Altersvorsorge nicht zu verlieren sollte der einzuzahlende Betrag nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein. Errechnen Sie sich also die monatlich verfügbare, freie Kaufkraft und entscheiden sich für einen Einzahlungsbetrag, der wesentlich niedriger ist als die „freie Kaufkraft“, Denn Sie sollten nicht auf gewohnte Hobbies oder den Urlaub verzichten.

Darüber hinaus sollte Ihre Altersvorsorge so angelegt sein, dass Sie die Einzahlungen auch ein paar Monate unterbrechen können und dass das Geld auch verfügbar bleibt. Investitionen in geschlossene Immobilienfonds sind nicht unbedingt geeignet, da deren Rückzahlung zeitweise ausgesetzt werden kann.

Tipp 2: Staatliche Förderungen nutzen

Lesen Sie vor der Entscheidung über eine private Altersvorsorge die aktuellen Meldungen und die Einschätzung der Verbraucherverbände. In den letzten zehn Jahren wurde die Riester-Rente sehr geschätzt, mit Banksparplänen konnten die Menschen gut Vermögen aufbauen.


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Allerdings bedeutet die Riester-Zulage von nicht einmal 13 Euro pro Erwachsenem und Monat auch: Sind die Kinder bereits erwachsen oder beziehen kein Kindergeld mehr, dann sinkt die Vorteilhaftigkeit der Riester Rente enorm. Denn pro Kind gibt es mit einer Zulage von 300 Euro pro Kind und Jahr (umgerechnet 25 Euro pro Kind und Monat) deutlich mehr als für die Erwachsenen.

Wenn Sie dies wissen und die Kritik nachverfolgen, dann können Sie davon ausgehen: Meist hat eine nicht vom Staat geförderte Altersvorsorge einen Renditevorteil. Sie können dann beispielsweise denn in der Familienphase angesparten Vertrag ohne Einzahlungen einfach weiter laufen lassen. Und die neuen Einzahlungen dann in einen besser rentierlichen Vertrag einzahlen.

Tipp 3: Hohe laufende Kosten? Nein danke!

Insbesondere extrem junge und unerfahrene Anlegerinnen und Anleger kennen sich mit der Funktionsweise der Märkte noch nicht richtig aus. Ein in den Vertriebsunterlagen genannter Ausgabeaufschlag von 5% – wie bei manchen Bank-Produkten üblich – erscheint günstig. Zahlen Sie aber 100 Euro pro Monat ein, so kann eine Halbierung dieses Ausgabeaufschlags durch die Nutzung von Discount- oder Onlinebrokern leicht 30 Euro im Jahr und bei höheren Einzahlungen auch mal 50 bis 70 Euro ausmachen. Bei einer dreißigjährigen Laufzeit kommt so ein mittlerer vierstelliger Betrag an Gebühren zusammen. Obwohl sich der Berater vielleicht nur ein einziges Mal Zeit für den Verkauf genommen hat.

Als Berufserfahrener kennen Sie die Zusammenhänge und können sich selber entscheiden: Fragen Sie genau nach den Produktkosten, denn es ist schließlich Ihr Geld – nicht das des Bankverkäufers. Viele Produkte – wie Lebensversicherungen – scheiden dann schon nach dem ersten Blick aus, weil der ohnehin geringe Garantiezins nicht für die Gesamtzahlungen gitl und zudem auch noch Versicherungskosten abgezogen werden.

Tipp 4: Erfolgsstrategie für den Vermögensaufbau: Hohe Rendite, niedrige Kosten!

Wenn Sie Ihre Altersvorsorge als Späteinsteiger nicht gleich nach dem Berufseinstieg beginnen, dann können Sie trotzdem den Zeitnachteil zu einem großen Teil aufholen. Das „Mehr“ an durchschnittlicher Rendite hilft beim Vermögensaufbau. Wenn Sie sich einen zusätzlichen Schub holen wollen, dann suchen Sie eine Altersvorsorge aus, bei der Sie die Zinsen automatisch oder per Einzelauftrag wieder anlegen. In der Finanzsprache wird dabei von einer Wiederanlage bzw. einem thesaurierenden Fonds gesprochen. Dabei ist es gar nicht schwer ein gutes Produkit für die private Altersvorsorge zu finden.

Wenn Sie unsere Tipps berücksichtigen, dann können Sie zur Suche – und natürlich auch dem Finden – einer guten Altersvorsorge – aufbrechen. Im Allgemeinen und insbesondere für einen Anlagehorizont von mehr als 2 bis 3 Jahren gilt, dass Aktien eine meist höhere Rendite erwirtschaften, als festverzinsliche Wertpapiere. Dies gilt insbesondere für die nächsten fünf bis zehn Jahre, weil keinerlei Lösung in der Staatsschuldenkrise zu sehen ist und sich die Staaten durch die quasi Abschaffung der Zinsen auf Kosten ihrer Gläubiger entschulden! Die Rendite der Aktien – entweder als Direktinvestment oder professionell als Aktienfonds verwaltet – kommt aus zwei unterschiedlichen Renditetreibern: Einerseits der jährlichen Dividende und darüber hinaus dem Wertzuwachs der Unternehmen.

Für die private Altersvorsorge eignen sich Aktienfonds, die in die weltweit führenden Unternehmen oder Branchen investieren. Also nicht etwa Spezialfonds auf Biotechnologie, IT-Unternehmen oder andere Branchen, deren Wert und Wertschätzung an der Börse außerordentlich schwanken können.

Bei der Auswahl der Fonds für Ihre Altersvorsorge können Sie sich an zwei Kriterien orientieren:

  • Die meisten professionellen Fondsverwalter achten auf eine langfristig gleichbleibende Geldanlage-Philosophie. Deshalb sind die Anlageergebnisse der letzten fünf oder zehn Jahre ein sehr guter Hinweis darauf, wie erfolgreich der Fonds in Zukunft sein könnte. Einige Börseninformationsseiten bieten sogar Ranglisten innerhalb verschiedener Investmentfondskategorien an, an denen Sie sehen können, ob der Fonds besser als der Durchschnitt ist. Der Schlüssel zu den Informationen ist die 6-stellige Wertpapierkennnummer, die Sie in allen Unterlagen finden.
  • Es gibt spezialisierte Bewertungs (Rating-) Agenturen, die im Auftrag der Banken, der Online- und Discontbroker die breite Öffentlichkeit über die Leistungen der Fondsgesellschaften informieren. Gute Fonds erhalten dabei eine hohe Anzahl an Sternen oder eine andererseits gute Bewertung. Die Werteinschätzungen beruhen auf der langfristigen Beobachtung und auch wissenschaftlich basierenden Methoden wie einer Berechnung der Rendite über viele Zeiträume und auch dem Risikoprofil.

Da die meisten Gebühren direkt proportional mit dem Anlagebetrag steigen, könnten Sie die Altersvorsorge beispielsweise auf zwei unterschiedliche Fonds verteilen. Dies geht immer dann, wenn Sie die vom jeweiligen Broker oder der Bank vorgesehene monatliche Mindesteinzahlung überschreiten und diese auf unterschiedliche Geldanlagemöglichkeiten verteilen können. Achten Sie immer auf die Gesamtkosten (auch TER = Total Expense Ratio genannt) und die Ausgabeaufschläge.

Fazit

Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen und mit dem Aufbau der privaten Altersvorsorge starten, dann können Sie auch als Späteinsteiger dem Vermögen beim Wachsen zusehen. Am Anfang mit dem Hauptwachstumstreiber der monatlichen Einzahlungen (und bei einem kleineren Vertrag auch staatlicher Zulagen), später wirkt sich zudem der Zinseszinseffekt positiv auf den Vermögensaufbau aus. Achten Sie zudem darauf, dass unnötige Kosten und Gebühren Ihre Rendite nicht auffressen.